Die Vorgehensweise

Hier finden Sie ein Beispiele für die Vorgehensweise.

Die einlangenden Gewebeproben werden vermessen, die Beschaffenheit beschrieben und die Proben zugeschnitten.

Es kommen sehr unterschiedlich große Gewebeproben von 1 mm bis 20 cm Durchmesser ins Labor.

Bei den vielen Probengefäßen ist es sehr wichtig, dass die Gefäße gut beschriftet sind, damit es zu keiner Verwechslung kommt.

Proben ab 4 mm Durchmesser werden geteilt oder es werden eine oder mehrere Gewebescheiben von ca. 3 mm Dicke daraus entnommen. Die Wahl der richtigen Schnittebene erfordert einige Erfahrung.

Wenn bei diesem Arbeitsschritt wichtige Gewebeteile verfehlt werden, fehlen diese am Ende auch im histologischen Schnitt! Es müssen stets sowohl die veränderte Gewebestelle als auch der Probenrand darin enthalten sein.

Diese Scheiben kommen in eine sogenannte Einbettungskassette.

Kleine Proben bis 3 mm Durchmesser werden als Ganzes hineingelegt.

In der Entwässerungs­maschine wird den Gewebeteilen das Wasser mittels aufsteigender Alkoholreihe entzogen

Dann werden die Gewebe mit flüssigem Paraffin getränkt. Dieser Prozess dauert 24 Stunden und läuft automatisiert über Nacht.

Frühmorgens am Folgetag werden die paraffingetränkten Gewebeteile ...

... von Hand in Paraffinblöcke eingegossen.

Das Reinigen der Kassetten.

Anschließend werden die Paraffinblöcke am Mikrotom in hauchdünne Scheibchen von 2 Tausendstel Millimeter (2µ) geschnitten.

All diese Arbeitsschritte erfordern großes Geschick und Übung.

Das Färben mit Hämatoxylin und Eosin (HE) ...

... und das Abdecken der Histoschnitte mit einer Deckfolie erfolgt wieder automatisch mittels einer Maschine.

Und so sieht das Endergebnis aus.

Wegen des hohen personellen und technischen Aufwandes werden die Histoschnitte in einem humanmedizinischen Partnerlabor hergestellt (Labor Lorber & Adolf, Wien 9).

Nun beginnt die eigentliche Arbeit des Pathologen: Am Mikroskop in meiner Praxis in Korneuburg.

Hier werden auch die Befunde geschrieben ...

... und verschickt.

Es gibt ein großes Archiv an Paraffinblöcken und Histoschnitten, das bis ins Jahr 1998 zurückreicht. Dieses Archiv steht für spätere Nachfragen und auch für Praktikanten sowie ERASMUS-Studenten zur Verfügung.

Das Färben der zytologischen Ausstriche wird in der Praxis erledigt. Das ist ein sehr einfacher Vorgang in nur drei Schritten mit drei Lösungen.

Die Probengefäße müssen mit 10 % Formalin befüllt und zusammen mit den Einsendeformularen und Versandtaschen an die Tierärzte verschickt werden, damit der Prozesskreislauf wieder von vorne beginnen kann.

Obduktionen bilden einen geringen Anteil des Arbeitsaufkommens. Sie können mit einfachen Mitteln ausgeführt werden, verlangen aber große Sachkenntnis.

Meist wird feines Werkzeug verwendet, Knochen und Schildkrötenpanzer erfordern aber gröberes Gerät.

Einige Beispiele aus der Routinediagnostik.

Eine Hautbiopsie mit einem kutanen Lymphom bei einem Hund: Die Tumorzellen sind in Form eines breiten Bandes kleiner Pünktchen in der oberen Lederhaut sichtbar. Die Haarbälge sind gut zu erkennen. Teilweise sind sie auch von einem „Schwarm“ von Tumorzellen umgeben.

Eine Zinkmangeldermatose bei einem Schaf: Die Epidermis ist dick und oberflächlich vakuolär verändert. Sie wird von einer dicken parakeratotischen Hornschicht bedeckt. In der Lederhaut ist eine milde diffuse Entzündung vorhanden.

Metastasen eines Adenokarzinoms im Lymphknoten: links im Bild sind pinkfarbene Tumorzellen im Randsinus und rechts oben im Bild sind große pinkfarbene Tumorfelder sichtbar. Die vielen kleinen blauen Punkte sind Lymphozyten des Lymphknotens.

Histomonaden im Blinddarm einer Pute: man sieht das Darmlumen mit homogenem pinkfarbenem Darminhalt und vielen rundlichen Gebilden, die einen weißen Hof haben – Histomonaden. Links im Bild sind Reste der Darmwand sichtbar.

Helicobacter in der Magenschleimhaut: viele längliche Gebilde, die undeutlich spiralig sind, besiedeln die Schleimhaut.

Besser sind die korkenzieherartigen Bakterien im zytologischen Ausstrich sichtbar.

Am zytologischen Ausstrich ist ein Mastozytom hohen Malignitätsgrades anhand der leicht granulierten Rundzellen und Riesenzellen sehr gut erkennbar.

Vereinzelt verirren sich auch exotische Tiere in die Praxis: hier ein Basilisk mit Nierengicht.

Ein Elfenblauvogel, der wegen einem Schädeltrauma verstorben ist.